In der interessierten Öffentlichkeit wie auch bei politischen Entscheidungsträgern ist die Notwendigkeit der langfristig sicheren und nachsorgefreien Endlagerung radioaktiver Abfälle in tiefen geologischen Formationen nicht mehr strittig. Vielmehr ist es erforderlich, dass sich Deutschland in allen Endlagerfragen internationalen Standards stellt. Allerdings bestehen nach wie vor unterschiedliche Auffassungen zur Standortfrage wie auch zur künftigen Verteilung von Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten.
Das am 1. August 2007 neu gegründete Institut für Endlagerforschung der TU Clausthal (IELF) ist das einzige Universitätsinstitut in der Bundesrepublik Deutschland, das sich in Forschung und Lehre umfassend mit diesem Thema beschäftigt.
In den Disziplinen
• Geochemie-Mineralogie-Salzlagerstätten,
• Geomechanik (Kooptierendes Fachgebiet),
• Hydrogeologie und -geochemie (Institut für Geologie und
Paläontologie) und
erfolgt eine interdisziplinäre Forschung zu Fragen der Standortcharakterisierung, der Standorterkundung, der geotechnischen Sicherheitssysteme und des Langzeitsicherheitsnachweises. Das IELF ist aus dem früheren Institut für Mineralogie und Mineralische Rohstoffe hervorgegangen. Die früheren Arbeitsrichtungen "Mineralogie, Geochemie und Salzlagerstätten" sowie "Lagerstätten und Rohstoffe" werden weitergeführt. Hierbei sind die laufenden Schwerpunkte die Petrologie des oberen Mantels und der tiefen kontinentalen Kruste, sowie Lagerstättenforschung zu metallischen Rohstoffen und deren Exploration.
In der Lehre konzentriert sich das IELF der TU Clausthal auf die Ausbildung qualifizierten Nachwuchses. Schwerpunkte der akademischen Ausbildung ist der Master-Studiengang ‘Radioactive and Hazardous Waste Management’ und der Bachelor-Studiengang 'Rohstoff- Geowissenschaften'.
Auf EU-Ebene ist das IELF im EURATOM-basierten Master-Programm ENEN-II (European Network of Nuclear Engineering) engagiert. Im Rahmen des Projektes PETRUS II werden Inhalte und Strukturen für die berufliche Aus- und Weiterbildung erarbeitet.
Das IELF veranstaltet jährlich (jeweils von Anfang September bis Mitte Oktober) einen sechswöchigen Weiterbildungskurs der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA für Berufsanfänger zum Thema "Management of Radioactive Waste in Accordance with IAEA Safety Standards and International Best Practice".
Des Weiteren erbringen wir Lehrleistungen rohstofforientierter, material- und geowissenschaftlich ausgerichteter Studiengänge und sind an der Ausbildung von Wirtschafts- sowie umweltwissenschaftlichen Ingenieuren beteiligt.