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Transdisziplinäres Forschungsprojekt TRANSENS

TRANSENS ist ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und dem niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) gefördertes Verbundvorhaben, in dem 16 Institute bzw. Fachgebiete von neun deutschen und zwei schweizer Universitäten und Einrichtungen zusammenarbeiten. In TRANSENS soll transdisziplinär geforscht werden. Neben Experten werden dazu auch die interessierte Öffentlichkeit und andere außerakademische Akteure planvoll in Forschungskontexte, konkret in Transdisziplinäre Arbeitspakete (TAP) eingebunden. In diesen werden vier zentrale Themen der Entsorgung hochradioaktiver Abfälle in Deutschland untersucht:

 

  • HAFF: Handlungsfähigkeit und Flexibilität in einem reversiblen Verfahren
  • SAFE: Safety Case: Stakeholder-Perspektiven und Transdisziplinarität
  • TRUST: Technik, Unsicherheiten, Komplexität und Vertrauen
  • DIPRO: Dialoge und Prozessgestaltung in Wechselwirkung von Recht, Gerechtigkeit und Governance

Die Möglichkeiten transdisziplinärer Forschung in der nuklearen Entsorgung werden im Verbund systematisch reflektiert. Spezielle Aktivitäten zielen darüber hinaus auf Nachwuchsförderung und Kompetenzerhalt (Arbeitspaket EDU).

Neben der eigenen wissenschaftlichen Arbeit (s. u.) fungiert das Institut für Endlagerforschung der TU Clausthal als Koordinator des Verbundvorhabens.

Das Institut für Endlagerforschung ist wissenschaftlich im TAP SAFE engagiert. In diesem arbeiten wir mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Disziplinen Technikfolgenabschätzung, Multiphysikalische Simulation, Radioökologie, interdisziplinäre Risikoforschung, Organisations-psychologie, Umweltpsychologie und Sozialpsychologie zusammen. Des Weiteren findet eine Kooperation mit Spezialisten für Sicherheitsanalyse der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit gGmbH (GRS) – im Unterauftrag – statt.
Unsere Forschung zielt darauf ab, ob und inwiefern eine Optimierung des Safety Case durch transdisziplinäre Methoden möglich und/oder notwendig ist. Dazu werden folgende Forschungsfragen von uns in diesem Projekt bearbeitet:

  • In welchem Verhältnis steht der SC als Instrument mit seiner Rolle, seinen Prämissen, organisatorischen Voraussetzungen und Inhalten zu den Erwartungen der interessierten Öffentlichkeit?
  • Welche Wahrnehmungsmuster und Framing-Effekte stehen im Vordergrund? Welche Heurismen sind von Bedeutung?
  • Welche zentralen Paradigmen, Aspekte des Sicherheits- und des Nachweiskonzepts und Ergebnisse von Sicherheitsuntersuchungen bzw. des SC werden von Stakeholdern und in der interessierten Zivilgesellschaft als relevant angesehen und wie wird ihre Rolle im Standortauswahlverfahren eingeschätzt?
  • Wie können Ungewissheiten, die von Menschen verursachten Entwicklungen (Future Human Actions, Human Intrusion) in näherer und fernerer Zukunft betreffen, differenzierter als bisher in den SC einbezogen werden?
  • Welche Möglichkeiten bestehen, über einen transdisziplinären Ansatz zu Änderungen oder Ergänzungen bezüglich der Gestaltung des SC zu gelangen?
  • Können die Zusammenführung von professioneller Risikoabschätzung einerseits und Risikowahrnehmung in der interessierten Öffentlichkeit andererseits und damit die Akzeptabilität des Standortauswahlprozesses durch gelebte diskursive Beteiligung am SC gefördert werden?
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